Jugend debattiert am Lessing-Gymnasium 2026 – Eine Erfahrung, die einen stolz macht

Wir alle haben uns schon einmal gefragt, wie es sich anfühlt, vor vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen. Diese Erfahrung durfte ich im Rahmen der Veranstaltung „Jugend debattiert“ machen.

Zunächst erklärten uns unsere Lehrkräfte, worum es bei „Jugend debattiert“ geht, und führten uns in die Grundlagen des Debattierens ein. Anschließend wurde aus jeder achten Klasse eine Person ausgewählt, die an der Debatte teilnehmen sollte. Das Besondere an „Jugend debattiert“ ist, dass vier Schülerinnen und Schüler miteinander diskutieren, argumentieren und ihre Standpunkte vertreten – immer auf respektvolle Weise. Unser Thema lautete: „Soll die Nutzung sozialer Medien für Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden?“ Eine Woche vor der Debatte erhielten wir das Thema und konnten uns darauf vorbereiten. Allerdings wussten wir nicht, ob wir die Pro- oder Kontra-Seite vertreten würden. Deshalb mussten sich alle Teilnehmenden auf beide Positionen vorbereiten.

Für mich war die Veranstaltung besonders aufregend, da ich zum ersten Mal vor einer großen Gruppe sprechen durfte. Zudem hat unser Bezirksbürgermeister Dirk Meyer sich die Zeit genommen auch zuzuschauen, was einen großen Dank wert ist. Über mehrere Tage sammelte ich Argumente, bereitete Gegenargumente vor und übte meine Beiträge. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte: die Erfahrung, vor Publikum auf einer Bühne zu stehen. Am Tag der Debatte wurden die Teams ausgelost. Außerdem wurde eine Jury vorgestellt, die aus zwei Lehrerinnen, einer Schülerin und einem Elternteil bestand. Vor Beginn hatten wir zehn Minuten Zeit, uns mit unseren Teampartnerinnen und Teampartnern abzusprechen. Obwohl alle sehr aufgeregt waren, gelang es uns, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.

Als mein Name aufgerufen wurde und ich die Bühne betrat, war ich sehr nervös. Vor so vielen Menschen zu sprechen, war für mich eine völlig neue Erfahrung. Doch neben der Aufregung verspürte ich auch Freude und Stolz. Die Debatte verlief respektvoll und fair. Besonders beeindruckt hat mich, wie unterschiedliche Meinungen sachlich ausgetauscht wurden. Dabei wurde deutlich, dass man andere Ansichten respektieren kann, auch wenn man ihnen nicht zustimmt. Man darf argumentieren und kritisch hinterfragen, sollte sein Gegenüber jedoch immer respektvoll behandeln. Auch zwischen den Teams herrschte eine angenehme Atmosphäre. Wer etwas ergänzen wollte, meldete sich und erhielt die Möglichkeit, seinen Gedanken einzubringen. Dadurch entstand ein geordnetes und respektvolles Gespräch, in dem jede Person zu Wort kommen konnte.

Durch diese Erfahrung habe ich viel gelernt. Ich habe gelernt, besser mit Lampenfieber umzugehen, geduldig zuzuhören und auf Argumente anderer einzugehen. Ich war außerdem sehr erfreut über die faire und ausführliche Bewertung der Jury. Die Leistungen aller Teilnehmenden wurden wertgeschätzt und begründet. Besonders die Gesprächsfähigkeit der Erstplatzierten wurde hervorgehoben. Die Jury erklärte anschließend auch den übrigen Teilnehmenden, welche Stärken sie in ihren Beiträgen erkannt hatte. Obwohl ich sehr nervös war und man dies an meiner Stimme deutlich hören konnte, gelang es mir, einige Argumente einzubringen, die der Jury besonders gefielen. Dadurch erreichte ich schließlich den zweiten Platz, worüber ich mich sehr freute. Besonders wichtig ist mir jedoch zu betonen, dass alle Teilnehmenden starke Leistungen gezeigt haben. Jede Person hatte ihre eigenen Stärken und Schwächen. Eine Teilnehmerin überzeugte beispielsweise durch ihre sachliche und strukturierte Argumentation. Sie konnte das Gespräch gut lenken, interessante Denkanstöße geben und ihre Argumente überzeugend vertreten. Andere Teilnehmende zeichneten sich besonders durch ihre Gesprächsfähigkeit und ihre spontanen Reaktionen auf Gegenargumente aus. Obwohl viele von uns aufgeregt waren, behielten alle die Kontrolle und zeigten eine beeindruckende Leistung, für eine Gruppe Schüler*innen ohne Erfahrung.

Noch wichtiger als die Platzierung war für mich jedoch die Erkenntnis, dass ich den Mut gefunden habe, vor Publikum zu sprechen. Allein die Tatsache, dass ich mich auf die Bühne getraut und vor so vielen Menschen gesprochen habe, machte mich stolz. Dafür hätte ich keinen Platz gebraucht, um mich über meine Teilnahme zu freuen. Ich denke, dass jede und jeder einmal eine solche Erfahrung machen sollte – besonders Menschen, die eher schüchtern sind. Solche Veranstaltungen stärken das Selbstvertrauen, fördern die Fähigkeit zu argumentieren und zeigen, wie wichtig Respekt im Austausch mit anderen Menschen ist.

Zum Schluss möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt meinem Deutschlehrer Herrn Bender, der mich hervorragend vorbereitet und stets fair unterstützt hat. Er hat mir Vertrauen geschenkt und mich bestmöglich auf die Debatte vorbereitet. Außerdem danke ich der Schülerschaft, den Organisatoren, dem Schulleiter, dem geehrten Bezirksbürgermeister Dirk Meyer, der Jury und allen Zuschauerinnen und Zuschauern, die sich die Zeit genommen haben, unsere Debatte zu verfolgen. „Jugend debattiert“ war für mich eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht vergessen werde und die mich auch bei künftigen Veranstaltungen begleiten wird.

-Joli Alhnawi, 8b, Teilnehmende an „Jugend debattiert“ 2026

FAS

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